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Interview mit Sebastian Fitzek

Interview mit Sebastian Fitzek

Copyright Marcus Höhn

Sebastian Fitzek, geboren 1971, ist Deutschlands erfolgreichster Autor. Seit seinem Debüt Die Therapie (2006) ist er mit allen Romanen ganz oben auf den Bestsellerlisten zu finden. Mittlerweile erscheinen seine Bücher in 36 Ländern und sind Vorlage für internationale Kinoverfilmungen und Theateradaptionen. Als erster deutscher Autor wurde Sebastian Fitzek mit dem Europäischen Preis für Krimialliteratur und 2018 mit der 11. Poetik-Dozentur der Universität Koblenz-Landau geehrt. Sebastian Fitzek lebt in Berlin (Quelle Vita Droemer Knaur Verlag)

1. Wird es eine Fortsetzung von Der Augensammler bzw. Der Augenjäger geben?

Eine sehr gute Frage, denn tatsächlich erscheint am 27. Oktober „Playlist“ und darin gibt es ein Wiederlesen (oder auch Wiederhören) mit Alina Gregoriev und Alexander Zorbach, den beiden Hauptfiguren als „Der Augensammler“ und „Der Augenjäger“. Es ist ein völlig eigenständiger Psychothriller, aber einige noch offenen Fragen aus den ersten beiden Bänden werden hier geklärt, so dass man auch sagen könnte, dass mit „Playlist“ endlich der Abschluss der Augensammler-Trilogie gekommen ist.

2. Wie bist du auf die Idee zu Der erste letzte Tag – Kein Thriller gekommen?

Ich hatte schon vor einigen Jahren die Grundidee, als ich in einem Flugzeug saĂź, und von meinem Fensterplatz aus sah, wie ein aufgeplatzter Koffer auf dem Förderband in den Untiefen des Flugzeugbauchs verschwand. Ich stellte mir die Frage, was ich wohl jetzt machen wĂĽrde, wäre ich der Besitzer dieses Koffers, so wie Livius im ersten Kapitel. In Berlin angekommen, setzte mich an den Schreibtisch, um ein GespĂĽr fĂĽr diese Idee zu bekommen und merkte sehr schnell, das wird diesmal eher etwas Lustiges. Zunächst  fand ich keinen weiteren Zugang zu der Idee. Im Lockdown spĂĽrte ich dann, dass es an der Zeit wäre, den Real-Time-Thriller, in dem wir alle leben, mit etwas Lustigem zu durchbrechen. Und so setzte ich mich wieder an die Arbeit und schrieb mich mit „Der erste letzte Tag“ regelrecht in einen Rausch.

3. Wird deine geplante Aktion zu deinem Thriller Der Heimweg noch nachgeholt?

Leider nein. Coronabedingt wurde die so häufig verschoben, dass mittlerweile jetzt schon neue Bücher herausgekommen sind und diese Aktion überhaupt nicht mehr aktuell ist. Ich verspreche aber, dass ich -sobald es wieder möglich ist- der Kontakt zu den Leserinnen und Lesern auch auf ungewöhnlichen Wegen wieder stattfinden wird.

4. Wie sah deine Zusammenarbeit mit Vincent Kliesch bei der Auris Reihe aus?

Darüber könnte man einen eigenständigen Roman schreiben, denn wir haben über all die Jahre hinweg jetzt so viel Zeit miteinander verbracht, dass es mir schwer fällt, unsere Arbeit in einem einzigen (Ab-)Satz zusammenzufassen. Auf jeden Fall haben wir jede Menge Kaffee und Schokolade bei den gemeinsamen Brainstorming-Sessions verbraucht. Geschrieben hat Vincent die Romane eigenständig, hier habe ich nicht versucht, seinen eigenen, wie ich finde tollen Stil, zu verwässern.

5. Worum wird es in Playlist gehen?

In „Playlist“ geht es um Feline, ein verschwundenes 15-jähriges Mädchen. Niemand weiĂź, was mit ihr geschehen ist. Doch dann taucht plötzlich eine von ihr veränderte Playlist im Netz auf. Und der verzweifelt suchenden Mutter stellt sich die Frage: Will ihre Tochter mit der Auswahl der Songs einen Hinweis auf ihr Schicksal geben? Kann Feline mit Hilfe der Playlist gerettet werden?

Ich bedanke mich recht herzlich bei Sebastian Fitzek fĂĽr die Beantwortung meiner Fragen.