Kategorien
Lesemonat

Interview mit Bernd Schwarze, Autor von Mein Wille geschehe

Copyright Droemer Knaur Verlag
Rezension Mein Wille geschehe von Bernd Schwarze

Bernd Schwarze wurde 1961 in LĂŒbeck geboren. Der promovierte evangelische Theologe arbeitet seit ĂŒber zwanzig Jahren als Pastor in der St. Petri Kirche zu LĂŒbeck. FĂŒr sein ausserordentliches Engagement in der Wissensvermittlung kuerte ihn die UniversitĂ€t zu LĂŒbeck zum EhrenbĂŒrger. Als Dozent unterrichtet er Theologie an der Musikhochschule LĂŒbeck, und er veranstaltet Ringvorlesungen gemeinsam mit allen Hochschulen der Hansestadt. Die Idee zu diesem Kirchen-Krimi hat Pastor Bernd Schwarze zusammen mit Sebastian Fitzek entwickelt, mit dem er seit einer Lesung in seiner Kirche befreundet ist.

1.    Wie lange hat die Geschichte zu Mein Wille geschehe in ihnen geschlummert?

Schon viele Jahre, wenn auch anfangs nicht so konkret. Aber wenn man Tag fĂŒr Tag mit so einzigartigen KirchenrĂ€umen umgeht, wie wir sie in LĂŒbeck haben, dann regt sich da etwas. Denn diese gotischen Kirchen muten irgendwie erhaben an, aber auch ein bisschen spooky. Vor allem, wenn man auch alle Gewölbe und Nebengelasse kennt oder mal eine ganze Nacht allein in so einem Raum verbringt. Irgendwann musste da einmal eine schlimme Geschichte passieren.

2.    Wer oder was hat Sie zum Schreiben bewogen?

Geschrieben habe ich immer schon gern: Songtexte, Gedichte, Weihnachtsgeschichten, philosophische Essays. Die Frage, wer mich zum Krimi-Schrieben bewogen hat, kann ich klar beantworten: Sebastian Fitzek, mit dem ich seit vielen Jahren befreundet bin. Eigentlich wollte ich ihm die Idee schmackhaft machen, mal einen Kirchenthriller zu schreiben. Dann haben wir gemeinsam ein bisschen an einer Story herumgesponnen. Am Ende sagte er: „Das Buch schreibst Du.“ Aber er hat mich nicht damit allein gelassen, sondern ich durfte ihn immer ansprechen, wenn ich mal nicht weiter wusste.

3.    Haben Sie viele Autorenfreunde?

Nein. Allerdings habe ich ganz viele große Autoren persönlich kennenlernen dĂŒrfen, denn in meiner Kulturkirche St. Petri zu LĂŒbeck finden oft Lesungen statt. Ich habe mit GrĂ¶ĂŸen wie GĂŒnter Grass, Lars Gustafsson, Walter Jens oder Eva Menasse zusammenarbeiten dĂŒrfen. Als besonders inspirierend habe ich GesprĂ€che mit Robert Gernhardt, Raoul Schrott und dem jungen Philosophen Markus Gabriel empfunden.

4.    Wie steht ihre Familie zum Schreiben?

Meine Frau hat da einiges ertragen mĂŒssen, vor allem weil ich immer nur im Urlaub Zeit fĂŒr meinen Roman gefunden habe. Aber sie hat mich großartig unterstĂŒtzt, immer wieder neue Passagen kritisch gelesen und mir wichtige Tipps gegeben. Und unser Sohn und seine Freundin haben dem Erscheinen des Buchs richtig entgegen gefiebert. Als der Paketbote den Karton mit den ersten Exemplaren brachte, hat meine Familie gekreischt vor VergnĂŒgen.

5.    Schreiben Sie lieber gemeinsam oder alleine?

Ich halte es fĂŒr einen Mythos, dass es wirklich möglich sei, gemeinsam zu schreiben. Die meisten Autorenpaare schaffen das nur mit einer strengen Arbeitsteilung. Zum Beispiel treibt die eine die Handlung voran, wĂ€hrend sich der andere um das Innenleben der Hauptfiguren kĂŒmmert. Schreiben ist in den allermeisten FĂ€llen – selbst wenn man nur durch eine TĂŒr von den Lieben getrennt ist – eine recht einsame TĂ€tigkeit.

6.    Wie wĂŒrden sie ihr aktuelles Buch beschreiben?

Darf ich mit meiner Antwort Ihre Leser ein bisschen herausfordern? Dann sage ich: „Mein Wille geschehe“ ist eine dekonstruktivistische Passionsgeschichte. Nicht erschrecken, bitte! Ich erklĂ€re das. Meine Story, in der ein evangelischer Geistlicher auf Abwege gerĂ€t und zu einem Mörder wird, der auch noch von seiner Tat profitiert, funktioniert tatsĂ€chlich ein wenig wie eine biblische ErzĂ€hlung. Und sie spielt in der Passionszeit, in den zwei Wochen vor dem Osterfest. Und ich „dekonstruiere“ die biblischen Motive von Schuld und Leid und Tod, indem ich sie verkleide und verfremde und auf die unterschiedlichen Charaktere verteile. Wer möchte, kann den Roman ganz rasch wie ein StĂŒck Unterhaltungsliteratur verschlingen – und hat hoffentlich ein bisschen Spaß daran. Man kann aber auch tiefer einsteigen und eine recht tiefsinnige und nachdenkliche Geschichte darin entdecken.

Ich möchte mich recht herzlich bei Patricia Kessler (Pressereferentin Droemer Knaur Verlag) und Bernd Schwarze bedanken.

Kategorien
Rezension

Rezension Mein Wille geschehe von Bernd Schwarze

Copyright Cover Droemer Knaur Verlag
  • Autor Bernd Schwarze
  • Verlag Knaur
  • Bernd Schwarze Pastor und Krimiautor in einer Person
  • Der Autor Bernd Schwarze ist promovierter evangelischer Theologe und als Pastor tĂ€tig.
  • Die Idee zu seinem Krimi-DebĂŒt entstand bei einem gemeinsamen Abendessen mit seinem Freund und Thrillerautor Sebastian Fitzek.

1961 in LĂŒbeck geboren, promovierte Bernd Schwarze in evangelischer Theologie. In seiner Heimatstadt arbeitet er seit ĂŒber 20 Jahren als Pastor in der Kulturkirche St. Petri zu LĂŒbeck. DarĂŒber hinaus ist er Dozent fĂŒr Theologie an der Musikhochschule LĂŒbeck und an Ringvorlesungen der LĂŒbecker Hochschulen beteiligt.

Copyright Droemer Knaur Verlag

Mein Wille geschehe von Bernd Schwarze

  • Roman, Knaur Verlag
  • Paperback, 384 Seiten
  • ISBN 978-3-426-52752-8
  • Erscheinungsdatum: 1. Juli 2021
  • Preis 14,99 €

Benedikt Theves, ein von Zweifeln erfĂŒllter Pastor, tötet im Affekt ein Mitglied seiner Gemeinde. Bei seinem Opfer handelt es sich um einen gewalttĂ€tigen Ehemann, also ebenfalls nicht gerade ein Unschuldsengel. Nachdem er dem Pastor in der Sakristei ein abscheuliches Video zeigt, ist dieser ausser sich und erschlĂ€gt ihn mit dem Altarkreuz. Kurzerhand versteckt er die Leiche in der Krypta der Kirche.

Doch dann entfaltet sich in dem Pastor eine neue Energie, die ihn zu einem mitreißenden Prediger macht. Seine steigende Beliebtheit fĂŒllt schon bald die Kirche und auch die schöne Frau des Opfers zeigt zunehmend Interesse an ihm. Leider trifft das auch auf den ermittelnden Kommissar zu, der die VerĂ€nderung des Pastors misstrauisch verfolgt und ihn genau im Auge behĂ€lt. Und zu guter Letzt lĂ€sst ihm auch sein Gewissen keine Ruhe, schließlich ist Mord eine TodsĂŒnde.

„Manchmal benutzt Gott das Böse in uns, um Gutes zu tun“.

In diesem Krimi geht es nicht nur mörderisch zu, sondern Bernd Schwarze legt mit seinem DebĂŒt schwarzen Humor vor, welcher mit flotter Feder geschrieben ist.

Pastoren sind auch nur Menschen, die aus dem ĂŒberforderten Geistlichen Benedikt Theves einen Theologen macht, der nun flammende Reden im Namen des Herrn hĂ€lt. Das Geheimnis von Benedikt zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch. Das Denken und Handeln von ihm konnte ich sehr gut nachvollziehen, auch wenn mich manches ĂŒberrascht hat.

Die Geschichte nimmt schon von Anfang an Fahrt auf, durch die Handlung kommt wirklich Spannung auf. Zudem liest sich der Schreibstil des Autors angenehm und flĂŒssig. Dem Protoganisten Benedikt ist natĂŒrlich daran gelegen, dass der Mordfall weder entdeckt noch aufgeklĂ€rt wird. Im Mittelpunkt der Handlung stehen auch weitere Personen,wie die Frau des Opfers oder der ermittelnde Kommissar. Die Ereignisse spitzen sich weiter zu und Bernd Schwarze gelingt es, den Spannungsbogen zu halten. Das Ende fĂ€llt zwar etwas ab, aber Bernd Schwarze ist dennoch ein talentierter Autor. Hinzu kommt, dass es Bernd Schwarze religiöse und gesellschaftliche Themen einfließen zu lassen, ohne zu belehren oder gar zu langweilen.

Mein Wille geschehe ist ein ĂŒberzeugender Krimi mit realitĂ€tsnahen Hauptfiguren und denen man ihre Handlungen sowie Entscheidungen durchaus abnimmt. Dieser Krimi besticht durch einen ĂŒberzeugenden Plot und lebendige Figuren. Abgerundet wird er zudem noch durch ein Nachwort von Bernd Schwarze und Sebastian Fitzek.

Ich möchte mich recht herzlich beim Verlag fĂŒr das Rezensionsexemplar bedanken.

Kategorien
Interview mit Sebastian Thiel

Interview mit Sebastian Thiel

(c) by Sebastian Roettges https://sebastian.roettges.fotograf.de

Autorenprofil: Sebastian Thiel wurde 1983 in Viersen geboren. Nach seiner Schulzeit beendete er im Jahr 2002 seine Ausbildung als Fachinformatiker. Schon seit frĂŒhester Kindheit war Sebastian Thiel von phantastischen Welten begeistert, versuchte bald eigene Welten zu entwickeln. Mittlerweile ist Sebastian Thiel freiberuflicher Autor. Sebastian Thiel

1. Wie wĂŒrdest du dich in 5 Worten beschreiben? Puh, so etwas ist immer schwierig. Ich versuche es mal mit Hilfsbereit, Loyal, Ungeduldig, ein kleiner „Monk“ und eine Prise buchverrĂŒckt.

2. Beschreibe dein aktuelles Buch! Als die Sturmflut vor Sylt ein altes Wikingerschiff anspuelt, trauen die Insulaner ihren Augen nicht. Kein guter Zeitpunkt fĂŒr Oberkommissarin Lene Cornelsen, um nach der Scheidung wieder in ihrer alten Heimat den Polizeidienst anzutreten. Nachdem das Wasser noch eine Leiche mit einem uralten Runenstein freigibt, ĂŒberschlagen sich die Ereignisse…

3. Mit welchem deiner Protoganisten möchtest du nicht auf einer einsamen Insel landen und warum nicht? Um ganz ehrlich zu sein – eigentlich wĂŒrde ich allen eine einsame Insel teilen. Ich versuche sie alle so interessant und tiefgrĂŒndig wie möglich zu gestalten, sodass ich wirklich viel Zeit mit jeden einzelnen verbringen möchte. Doch am liebsten mit „Barbara“ aus „Dornröschen auf Droge“.

4. Wenn du in eine Rolle deiner Protoganisten schlĂŒpfen könntest, welche wĂ€re es und warum? Da einige meiner Protoganisten am Ende des Buches sterben, ist das manchmal leider schwierig. Tauschen wĂŒrde ich gerne mit „Andreas“, aus meinem Buch „Callcenter – Wer dranbleibt, hat verloren“. Er hat sein Leben nachher im Griff, trotz des ganzen Chaos um ihn herum.

5. Wenn du nicht schreiben könntest, wie wĂŒrdest du dich anderweitig kreativ ausleben? Als Kind wollte ich immer ArchĂ€ologie studieren und PalĂ€ontologe werden – damals habe ich das selbstverstĂ€ndlich nicht so genannt, sondern wollte irgendetwas mit „Dinos“ machen. Mir ist klar, der Beruf ist kreativ sehr stark eingeschrĂ€nkt, aber ich wĂŒrde wirklich mal an einer Ausgrabung beiwohnen und selbst etwas antikes, prĂ€historisches oder prĂ€historisches ausbuddeln.

6. Dein Autorenleben ist… bestimmt nicht so spannend, wie mancher denkt, aber wenn ganze Welten entstehen und ich sie zu Papier bringen darf, bin ich rundherum glĂŒcklich.

Ich möchte mich recht herzlich bei Sebastian Thiel bedanken, dass er sich die Zeit fĂŒr meine Fragen genommen hat. Und ich kann euch seine BĂŒcher ans Herz legen. Unter anderem Dornröschen auf Droge habe ich bereits hier auf meinem Blog rezensiert.

Kategorien
Media Monday

Media Monday #524

1. Die Kinos öffnen wieder und ich habe es leider noch nicht geschafft.

2. Nachdem im vergangenen Jahr zig Filme verschoben worden sind, hoffe ich No Time to Die im Kino sehen zu können.

3. Es ist immer noch komisch, schließlich haben Theater immer noch teilweise nicht geöffnet.

4. Wie sich Autor*innen einem Thema nÀhern, hat mir bei Sebastian Fitzek und Rene Freund gefallen. In der erste letzte Tag bzw. das 14-Tage-Date geht es nicht nur um das Thema Corona. Ferner von Bernd Schwarze Mein Wille geschehe. Mir fÀllt auf Anhieb kein anderer Theologe ein, der selbst schon einmal einen Krimi geschrieben hat.

5. Ich glaube ja nicht, dass Corona leider nicht so schnell verschwunden wird. Obwohl so viele bereits vollstÀndig geimpft sind. Zu denen ich auch gehöre.

6. Italien wÀre jetzt nicht meine erste Wahl gewesen, aber es kommt nun einmal wie es kommt. Nach dem Ausscheiden der dÀnischen Mannschaft hatte ich auf die EnglÀnder gehofft.

7. Zuletzt habe ich es gewagt mir die Doku Obduktion mit Michael Tsokos und Jan Josef Liefers anzusehen und das war interessant aber auch nichts fĂŒr schwache Nerven, weil zwei Obduktionen von Anfang bis Ende gezeigt wurden. Ich lese aber gerne die BĂŒcher von Michael Tsokos, sowohl seine SachbĂŒcher als auch seine Thriller, die auf wahren Begebenheiten beruhen. Ich habe Michael Tsokos schon einmal in einer Talkshow und einer anderen Doku gesehen. Mir gefĂ€llt an Michael Tsokos, wie sensibel er mit dem Thema Tod umgeht. Der Thriller Abgeschnitten, welchen er zusammen mit Sebastian Fitzek geschrieben hatte wurde fĂŒrs Kino verfilmt. In den Hauptrollen zu sehen sind Moritz Bleibtreu, Jasna Fritzi Bauer und Lars Eidinger.

Eine schöne Woche wĂŒnscht euch Martina âœđŸŒ

Kategorien
Gemeinsam lesen

Gemeinsam lesen #409

www.schlunzenbuecher.de/2021/07/gemeinsam-lesen-409.html?m=1

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Copyright Cover Droemer Knaur Verlag

Ich lese gerade Mein Wille geschehe von Bernd Schwarze und bin auf Seite 74.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Fluoxetin, Fluoxetin, Fluoxetin, hatte die Apothekerin in einer Art Singsang vor sich hin gemurmelt, wĂ€hrend sie auf ihrem Bildschirm am Verkaufstresen die VerfĂŒgbarkeit des Antidepressivums prĂŒfte.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Ich bin auf das Buch aufmerksam geworden, da es von Sebastian Fitzek empfohlen wurde. Die Idee zu diesem Krimi kam Bernd Schwarze bei einem gemeinsamen Abendessen mit Sebastian Fitzek.

4. Wo kaufst du dir deine BĂŒcher?

Ich kaufe meine BĂŒcher bei der Buchhandlung meines Vertrauens.

Professioneller Leser

Kategorien
Allgemein

Wie du Schritt fĂŒr Schritt einen spannenden Thriller schreiben kannst đŸ“š

Der Thriller ist ein Literaturgenre, charakteristisch fĂŒr einen Thriller ist das Erzeugen einer Spannung wĂ€hrend des gesamten Handlungsablaufes. HĂ€ufig anzutreffen sind weitlĂ€ufige Spannungsboegen, CliffhĂ€nger und Red Herrings.

Wer einen Thriller schreiben möchte, sollte sich mit den Feinheiten dieses speziellen Genres vertraut machen. Typische Formen eines Thrillers sind Psychothriller oder auch Politthriller. Mittlerweile gibt es aber auch Thriller, die auf wahren Begebenheiten beruhen. Als Autoren solcher Thriller nenne ich Michael Tsokos.

Meistens entsteht die Spannung bei einem Leser dadurch, dass er die ganze Zeit um den Helden der Geschichte bangen muss. HĂ€ufig gerĂ€t der Protoganist in gefĂ€hrliche Situationen, wo vieles, wenn nicht sogar alles fĂŒr ihn auf dem Spiel steht. Der Held beim Thriller schreiben muss so konstruiert sein, dass sich der Leser mit ihm identifizieren kann, will und möchte. Innere Konflikte, sympathische Macken und Werte machen einen sympathischen Helden aus.

Ein Thriller lebt von Konflikten. Der Protoganist hat ein besonderes Ziel, das ihm hĂ€ufig verwehrt wird. Und er scheitert immer wieder aufs Neue. Der Höhepunkt eines Thrillers ist meistens, wenn das Ziel des Erreichen fĂŒr den Helden fast unmöglich scheint, aber dann darf er es erreichen.Der Leser sollte sich stĂ€ndig fragen, ob der Held jemals sein Ziel erreichen kann. Dies lĂ€utet auch meist das Ende der Geschichte ein.

Spannung beim Thriller schreiben entsteht durch gute Szenen. Diese sollten mittendrin beginnen. Ausschweifende Beschreibungen, welche die Spannung nicht voranbringen, sollten vermieden werden. Da diese tödlich fĂŒr die Spannung sind. Ein Ausstieg aus einer Szene sollte ebenfalls rasant geschehen. FĂŒr den Leser sollten je mehr offene Fragen bleiben, damit er wissen will wie es weitergeht und ohne das Buch aus den HĂ€nden legen zu können.

Bei einem Thriller handelt es sich ferner um eine Geschichte, in der eine Person zufĂ€llig oder infolge von Intrigen in ein Spiel mit ĂŒbermĂ€chtigen Gegnern gerĂ€t. Ein gut gemachter Thriller zeichnet sich auch dadurch aus, dass er in zwei Teile gegliedert ist.

In der Regel wird die Hauptfigur im ersten Teil durch bestimmte UmstÀnde aus ihrer gewohnten Bahn geworfen. Weder der Leser noch die Hauptfigur wissen jedoch weshalb. Die Hauptfigur muss sich dann in der zweiten HÀlfte dann dem Spiel stellen. Der Thriller sollte dabei den Leser fesseln, dass dieser mit dem Helden mitzittert.

Der Spannungsbogen bleibt hierdurch nicht nur die ganze Zeit erhalten, sondern fĂŒhrt letztendlich zu einem Showdown. In diesem die Hauptfigur entweder gewinnt oder endgĂŒltig scheitert. Eine Variante des klassischen Thrillers sind Psychothriller, in denen auch Beides möglich ist. Also, dass die Hauptfigur am Ende der Geschichte gegen seinen Gegner gewinnt, aber auch inneren Konflikten scheitert.

Psychothriller beruhen zwar auf den gleichen Mustern, sind jedoch in der Regel direkter und persönlicher. Psychothriller spielen meistens in einem persönlichen Umfeld, dem der Leser sehr vertraut ist. Als Beispiel nenne ich Das Paket von Sebastian Fitzek, in dem die Hauptfigur ein Paket fĂŒr einen Mitbewohner in der Gegend annimmt, der ihr nicht bekannt ist.

Psychothriller erhalten ihre besondere Spannung durch ihr harmlos wirkendes Umfeld sowie die NÀhe der Leser zu ihrer Hauptfigur. Vom Grundprinzip Àhneln Thriller den Kriminalromanen. Die Unterschiede liegen in der Handlung. Die Hauptfigur in einem Thriller ist den moralischen, psychischen und physischen Einwirkungen seines Gegners ausgesetzt. Bei einem Thriller liegt nicht wie bei einem Kriminalroman der Auflösung des Falles, sondern dem Sieg oder auch der Niederlage des Helden.

Man sollte sich zunÀchst entscheiden, ob man einen klassischen Thriller oder einen Psychothriller schreiben möchte. Bei einem klassischen Thriller steht meistens die Beschreibung der Handlung im Vordergrund.

Bei einem Psychothriller hingegen sind die Hauptfiguren sowie ihre Psyche und Konflikte im Fokus der Geschichte. Diese entfalten sich auf einer emotionaler und geistigen Ebene. Diese Wahrnehmung stellt das zentrale Thema des Psychothriller dar. Die Hauptfigur versucht zu erkennen, was Wahrheit und was TĂ€uschung ist.

Man beginnt bei einem Thriller immer zunĂ€chst mit der Planung. Im Laufe der Planung wird zunĂ€chst die Handlung in einer kurzen Zusammenfassung festgelegt. Dies wird als Exposee bezeichnet. Anhand dieses ExposĂ©s werden im nĂ€chsten Schritt die Figuren des Thrillers angelegt. Wichtig hierbei ist, die Charaktere möglichst genau zu beschreiben. Beispielsweise mit Namen, Beruf, StĂ€rken und SchwĂ€chen sowie Familie, Vergangenheit und HintergrĂŒnden. Man sollte die Personen möglichst vielschichtig anlegen. Sowohl die Hauptfigur ist nie nur labil, sondern auch der böse Gegenspieler hat sympathische Eigenschaften.

Zudem ist es ratsam, Kurzzusammenfassungen der einzelnen Kapitel zu erstellen. In diesen Zusammenfassungen kann der Autor notieren, was in den jeweiligen Kapiteln geschieht, aus welcher Perspektive das Kapitel erzĂ€hlt wird und welche ZeitabstĂ€nde in dem Kapitel beschrieben wird. FĂŒr den Autor wird es auf diese Weise einfacher, den Spannungsbogen aufzubauen und bis zum finalen Showdown zu halten.

Der Autor sollte neben dieser grundlegenden Anleitung, der einen Thriller schreiben möchte, die wesentlichen Tipps zum Erzeugen von Spannungsboegen kennen und das notwendige Handwerkszeug dazu erlernen.

Zu den klassischen Hilfsmitteln gehören Cliffhanger und Red Herrings. Ein Cliffhanger ist das Fragen offen lassende Ende eines ErzĂ€hlwerkes. Als Red Herring bezeichnet man eine Redewendung, die in die Irre fĂŒhren soll. Die eigentliche Spannung wird als Tension bezeichnet. Diese gliedert sich in die drei unterschiedlichen Spannungstypen Surprise, Suspense und Mystery. Beim Schreiben werden diese in der Regel jedoch miteinander verbunden.

Surprise meint den Überraschungsmoment, Suspence steht fĂŒr einen Spannungsbogen und Mystery beschreibt eine unterschwellige Spannung.

Bei allen Stilmitteln, die der Autor einsetzt, sollte die Story so realistisch wie möglich bleiben. Dem Leser fesselt in der Regel der Bezug zur RealitÀt in einem Thriller am meisten

Kategorien
Interview mit Sebastian Fitzek

Interview mit Sebastian Fitzek

Copyright Marcus Höhn

Sebastian Fitzek, geboren 1971, ist Deutschlands erfolgreichster Autor. Seit seinem DebĂŒt Die Therapie (2006) ist er mit allen Romanen ganz oben auf den Bestsellerlisten zu finden. Mittlerweile erscheinen seine BĂŒcher in 36 LĂ€ndern und sind Vorlage fĂŒr internationale Kinoverfilmungen und Theateradaptionen. Als erster deutscher Autor wurde Sebastian Fitzek mit dem EuropĂ€ischen Preis fĂŒr Krimialliteratur und 2018 mit der 11. Poetik-Dozentur der UniversitĂ€t Koblenz-Landau geehrt. Sebastian Fitzek lebt in Berlin (Quelle Vita Droemer Knaur Verlag)

1. Wird es eine Fortsetzung von Der Augensammler bzw. Der AugenjÀger geben?

Eine sehr gute Frage, denn tatsĂ€chlich erscheint am 27. Oktober „Playlist“ und darin gibt es ein Wiederlesen (oder auch Wiederhören) mit Alina Gregoriev und Alexander Zorbach, den beiden Hauptfiguren als „Der Augensammler“ und „Der AugenjĂ€ger“. Es ist ein völlig eigenstĂ€ndiger Psychothriller, aber einige noch offenen Fragen aus den ersten beiden BĂ€nden werden hier geklĂ€rt, so dass man auch sagen könnte, dass mit „Playlist“ endlich der Abschluss der Augensammler-Trilogie gekommen ist.

2. Wie bist du auf die Idee zu Der erste letzte Tag – Kein Thriller gekommen?

Ich hatte schon vor einigen Jahren die Grundidee, als ich in einem Flugzeug saß, und von meinem Fensterplatz aus sah, wie ein aufgeplatzter Koffer auf dem Förderband in den Untiefen des Flugzeugbauchs verschwand. Ich stellte mir die Frage, was ich wohl jetzt machen wĂŒrde, wĂ€re ich der Besitzer dieses Koffers, so wie Livius im ersten Kapitel. In Berlin angekommen, setzte mich an den Schreibtisch, um ein GespĂŒr fĂŒr diese Idee zu bekommen und merkte sehr schnell, das wird diesmal eher etwas Lustiges. ZunĂ€chst  fand ich keinen weiteren Zugang zu der Idee. Im Lockdown spĂŒrte ich dann, dass es an der Zeit wĂ€re, den Real-Time-Thriller, in dem wir alle leben, mit etwas Lustigem zu durchbrechen. Und so setzte ich mich wieder an die Arbeit und schrieb mich mit „Der erste letzte Tag“ regelrecht in einen Rausch.

3. Wird deine geplante Aktion zu deinem Thriller Der Heimweg noch nachgeholt?

Leider nein. Coronabedingt wurde die so hĂ€ufig verschoben, dass mittlerweile jetzt schon neue BĂŒcher herausgekommen sind und diese Aktion ĂŒberhaupt nicht mehr aktuell ist. Ich verspreche aber, dass ich -sobald es wieder möglich ist- der Kontakt zu den Leserinnen und Lesern auch auf ungewöhnlichen Wegen wieder stattfinden wird.

4. Wie sah deine Zusammenarbeit mit Vincent Kliesch bei der Auris Reihe aus?

DarĂŒber könnte man einen eigenstĂ€ndigen Roman schreiben, denn wir haben ĂŒber all die Jahre hinweg jetzt so viel Zeit miteinander verbracht, dass es mir schwer fĂ€llt, unsere Arbeit in einem einzigen (Ab-)Satz zusammenzufassen. Auf jeden Fall haben wir jede Menge Kaffee und Schokolade bei den gemeinsamen Brainstorming-Sessions verbraucht. Geschrieben hat Vincent die Romane eigenstĂ€ndig, hier habe ich nicht versucht, seinen eigenen, wie ich finde tollen Stil, zu verwĂ€ssern.

5. Worum wird es in Playlist gehen?

In „Playlist“ geht es um Feline, ein verschwundenes 15-jĂ€hriges MĂ€dchen. Niemand weiß, was mit ihr geschehen ist. Doch dann taucht plötzlich eine von ihr verĂ€nderte Playlist im Netz auf. Und der verzweifelt suchenden Mutter stellt sich die Frage: Will ihre Tochter mit der Auswahl der Songs einen Hinweis auf ihr Schicksal geben? Kann Feline mit Hilfe der Playlist gerettet werden?

Ich bedanke mich recht herzlich bei Sebastian Fitzek fĂŒr die Beantwortung meiner Fragen.

Kategorien
Interview mit Michael Tsokos

Interview mit Michael Tsokos

Copyright Foto Björn Pauli

1. Was hat Sie bewogen, Rechtsmediziner zu werden?Im Studium gab es dieses eine SchlĂŒsselerlebnis, kurz vor Ende des Studiums, als ich die Hauptvorlesung rechts Medizin besuchte und genau wusste, dass das das Fach in der Medizin ist, In dem ich arbeiten möchte.
2. Gibt es etwas, das Sie an ihrem Beruf weniger schĂ€tzen?An meinem Beruf als Rechtsmediziner schĂ€tze ich alles. An meiner Position als Direktor von drei rechtsmedizinischen Institutionen mag ich es nicht so sehr, dass ich mich natĂŒrlich auch mit vielen Verwaltungsangelegenheiten und kaufmĂ€nnischen Dingen beschĂ€ftigen muss, die man im Medizinstudium eigentlich nicht lernt. Aber das bringt die Position nun einmal mit sich.

3. Könnten Sie sich vorstellen, nur als Autor tĂ€tig zu sein.Nein, das könnte ich nicht. Denn meine BĂŒcher Leben von meiner Erfahrung und meiner tĂ€glichen PrĂ€senz im SektionsSaal.


4. Welchen Beruf hÀtten Sie ergriffen, wenn Sie nicht Rechtsmediziner geworden wÀren. ArchÀologe

5. Was sind ihre grĂ¶ĂŸten Uraengste. Sie haben einmal erwĂ€hnt, dass sie nicht an ein Leben nach dem Tod glauben. Wodurch begrĂŒnden Sie dies?Ich habe Angst, dass mir nahestehende Menschen schwer erkranken. Aber das hat wohl jeder und das ist nicht spezifisch fĂŒr einen Rechtsmediziner. Ein Leben nach dem Tod, so wie es die Bibel verspricht halte ich fĂŒr nicht existent, so wie ich alles, was mit dem Gott, von dem mir im Religions Unterricht in der Schule berichtet wurde, fĂŒr nicht existent halte. Aus dem einfachen Grund: wenn es ein Gott gĂ€be, wĂŒrde er niemals diese Dinge zu lassen, die Kindern angetan werden und die ich immer wieder sehen und erleben muss.
6. Welche Hobbys haben Sie und BĂŒcher von welchen Autoren lesen Sie gerne.Ich bin leidenschaftlicher Angler und Lost Places Besucher. Simon Becket lese ich gerne.

Kategorien
Rezension

Rezension Kaltes Land: Ein Fall fĂŒr Sabine Yao von Michael Tsokos

Copyright Cover Droemer Knaur Verlag

Kaltes Land

Ein Fall fĂŒr Sabine Yao

Auftritt Sabine Yao: ein authentischer und knallharter Kurz-Thriller von Rechtsmediziner und Bestseller-Autor Michael Tsokos

Berlin, Treptowers, BKA-Einheit „Extremdelikte“: Ein Anruf reißt Rechtsmedizinerin Sabine Yao jĂ€h aus ihrem Arbeitsalltag im Sektionssaal. Ihre seit Tagen verschollene Tante wurde im Umland von Kiel tot aufgefunden. Die Kollegen in der Kieler Rechtsmedizin, darunter auch Yaos ehemaliger Lebenspartner, gehen von einem unnatĂŒrlichen Tod aus. Yaos Chef, Professor Paul Herzfeld, fĂŒhrt einige Telefonate mit der Kieler Staatsanwaltschaft, um ihr sehr unbĂŒrokratisch Akteneinsicht in den Todesfall zu gewĂ€hren. Noch am selben Abend reist die Berliner Rechtsmedizinerin zu ihrer Familie nach Kiel. Ausgerechnet ihre introvertierte, allein lebende Tante Johanna soll ermordet worden sein? Und wĂ€hrend Yao erkennt, wie wenig sie doch von ihrer Tante wusste, schließt sich um sie ein Kreis gnadenloser Gewalt …

  • Verlag: Knaur TB
  • Erscheinungstermin: 03.05.2021
  • 112 Seiten
  • ISBN: 978-3-426-52765-8

Ich habe auch bei diesem Buch von Michael Tsokos nur wenige Seiten benötigt, um in diesen Thriller hineingezogen zu werden. Sabine Yao ist keine Unbekannte aus den BĂŒchern von Michael Tsokos. Durch den raffinierten Plot war die Spannung auf jeder Seite spĂŒrbar und ich habe mit Sabine Yao mitgefiebert.

In Kaltes Land geht es um den Tod der Tante von Sabine Yao und dessen mysteriösen UmstÀnden. Michael Tsokos hat erneut eine spannende Mischung aus True Crime und Fiktion geschaffen.

Kaltes Land sorgte fĂŒr ein spannendes und unerwartetes Ende.

Kategorien
Lesemonat Rezension Rezensionsexemplar

Rezension Der erste letzte Tag von Sebastian Fitzek

Copyright Cover Droemer Knaur Verlag

Sebastian Fitzek Der erste letzte Tag Kein Thriller Roman 250 Seiten Klappen Broschur Erscheinungstermin 28. April 2021

Ein unglaubliches Paar. Eine schicksalhafte Mitfahrgelegenheit. Ein Selbstversuch der besonderen Art. Was geschieht, wenn zwei Menschen einen Tag verbringen, als wÀre es ihr letzter?

Ein Roadtrip mit zwei skurrilen, ans Herz gehenden Hauptfiguren, voller Komik, Dramatik und unvorhersehbarer Abzweigungen. Von Deutschlands Bestseller Autor Nr. 1

Sebastian Fitzek, geboren 1971, ist Deutschlands erfolgreichster Autor von Psychothrillern. Seit seinem DebĂŒt Die Therapie (2006) ist er mit allen Romanen ganz oben auf der Bestsellerliste zu finden. Als erster deutscher Autor wurde Sebastian Fitzek mit dem EuropĂ€ischen Preis fĂŒr Kriminalliteratur ausgezeichnet. Er lebt in Berlin. (Presse Information Droemer Knaur)

Die Geschichte von Livius Reimer und Lea ist nicht nur emotional berĂŒhrend, sondern auch authentisch. Ich habe diesen Roman von Sebastian Fitzek innerhalb eines Tages durchgelesen, begleitet von der ein oder anderen TrĂ€ne. Sebastian Fitzek hat ein bewegenden Roadtrip geschrieben, mit viel Empathie und SĂ€tzen, die mitten ins Herz treffen. Aber auch Situationskomik, ohne lĂ€cherlich zu wirken, wurde von Sebastian Fitzek geschickt in die Rahmenhandlung eingebaut. 

In diesem Sinne, selten hat mich ein Buch so berĂŒhrt. Sebastian Fitzek hat nach Fische, die auf BĂ€ume klettern, mit Der erste letzte Tag erneut bewiesen, dass er nicht nur Thriller schreiben kann. So sehr ich gerne seine Thriller lese, hoffe ich nun, das der erste letzte Tag nicht der letzte Roman von Sebastian Fitzek bleiben wird.

Ich danke der Verlagsgruppe Droemer Knaur fĂŒr das Rezensionsexemplar.