Kategorien
Lesemonat

Interview mit Bernd Schwarze, Autor von Mein Wille geschehe

Copyright Droemer Knaur Verlag
Rezension Mein Wille geschehe von Bernd Schwarze

Bernd Schwarze wurde 1961 in Lübeck geboren. Der promovierte evangelische Theologe arbeitet seit über zwanzig Jahren als Pastor in der St. Petri Kirche zu Lübeck. Für sein ausserordentliches Engagement in der Wissensvermittlung kuerte ihn die Universität zu Lübeck zum Ehrenbürger. Als Dozent unterrichtet er Theologie an der Musikhochschule Lübeck, und er veranstaltet Ringvorlesungen gemeinsam mit allen Hochschulen der Hansestadt. Die Idee zu diesem Kirchen-Krimi hat Pastor Bernd Schwarze zusammen mit Sebastian Fitzek entwickelt, mit dem er seit einer Lesung in seiner Kirche befreundet ist.

1.    Wie lange hat die Geschichte zu Mein Wille geschehe in ihnen geschlummert?

Schon viele Jahre, wenn auch anfangs nicht so konkret. Aber wenn man Tag für Tag mit so einzigartigen Kirchenräumen umgeht, wie wir sie in Lübeck haben, dann regt sich da etwas. Denn diese gotischen Kirchen muten irgendwie erhaben an, aber auch ein bisschen spooky. Vor allem, wenn man auch alle Gewölbe und Nebengelasse kennt oder mal eine ganze Nacht allein in so einem Raum verbringt. Irgendwann musste da einmal eine schlimme Geschichte passieren.

2.    Wer oder was hat Sie zum Schreiben bewogen?

Geschrieben habe ich immer schon gern: Songtexte, Gedichte, Weihnachtsgeschichten, philosophische Essays. Die Frage, wer mich zum Krimi-Schrieben bewogen hat, kann ich klar beantworten: Sebastian Fitzek, mit dem ich seit vielen Jahren befreundet bin. Eigentlich wollte ich ihm die Idee schmackhaft machen, mal einen Kirchenthriller zu schreiben. Dann haben wir gemeinsam ein bisschen an einer Story herumgesponnen. Am Ende sagte er: „Das Buch schreibst Du.“ Aber er hat mich nicht damit allein gelassen, sondern ich durfte ihn immer ansprechen, wenn ich mal nicht weiter wusste.

3.    Haben Sie viele Autorenfreunde?

Nein. Allerdings habe ich ganz viele große Autoren persönlich kennenlernen dürfen, denn in meiner Kulturkirche St. Petri zu Lübeck finden oft Lesungen statt. Ich habe mit Größen wie Günter Grass, Lars Gustafsson, Walter Jens oder Eva Menasse zusammenarbeiten dürfen. Als besonders inspirierend habe ich Gespräche mit Robert Gernhardt, Raoul Schrott und dem jungen Philosophen Markus Gabriel empfunden.

4.    Wie steht ihre Familie zum Schreiben?

Meine Frau hat da einiges ertragen mĂĽssen, vor allem weil ich immer nur im Urlaub Zeit fĂĽr meinen Roman gefunden habe. Aber sie hat mich groĂźartig unterstĂĽtzt, immer wieder neue Passagen kritisch gelesen und mir wichtige Tipps gegeben. Und unser Sohn und seine Freundin haben dem Erscheinen des Buchs richtig entgegen gefiebert. Als der Paketbote den Karton mit den ersten Exemplaren brachte, hat meine Familie gekreischt vor VergnĂĽgen.

5.    Schreiben Sie lieber gemeinsam oder alleine?

Ich halte es für einen Mythos, dass es wirklich möglich sei, gemeinsam zu schreiben. Die meisten Autorenpaare schaffen das nur mit einer strengen Arbeitsteilung. Zum Beispiel treibt die eine die Handlung voran, während sich der andere um das Innenleben der Hauptfiguren kümmert. Schreiben ist in den allermeisten Fällen – selbst wenn man nur durch eine Tür von den Lieben getrennt ist – eine recht einsame Tätigkeit.

6.    Wie wĂĽrden sie ihr aktuelles Buch beschreiben?

Darf ich mit meiner Antwort Ihre Leser ein bisschen herausfordern? Dann sage ich: „Mein Wille geschehe“ ist eine dekonstruktivistische Passionsgeschichte. Nicht erschrecken, bitte! Ich erkläre das. Meine Story, in der ein evangelischer Geistlicher auf Abwege gerät und zu einem Mörder wird, der auch noch von seiner Tat profitiert, funktioniert tatsächlich ein wenig wie eine biblische Erzählung. Und sie spielt in der Passionszeit, in den zwei Wochen vor dem Osterfest. Und ich „dekonstruiere“ die biblischen Motive von Schuld und Leid und Tod, indem ich sie verkleide und verfremde und auf die unterschiedlichen Charaktere verteile. Wer möchte, kann den Roman ganz rasch wie ein Stück Unterhaltungsliteratur verschlingen – und hat hoffentlich ein bisschen Spaß daran. Man kann aber auch tiefer einsteigen und eine recht tiefsinnige und nachdenkliche Geschichte darin entdecken.

Ich möchte mich recht herzlich bei Patricia Kessler (Pressereferentin Droemer Knaur Verlag) und Bernd Schwarze bedanken.

Kategorien
Rezension

Rezension Mein Wille geschehe von Bernd Schwarze

Copyright Cover Droemer Knaur Verlag
  • Autor Bernd Schwarze
  • Verlag Knaur
  • Bernd Schwarze Pastor und Krimiautor in einer Person
  • Der Autor Bernd Schwarze ist promovierter evangelischer Theologe und als Pastor tätig.
  • Die Idee zu seinem Krimi-DebĂĽt entstand bei einem gemeinsamen Abendessen mit seinem Freund und Thrillerautor Sebastian Fitzek.

1961 in LĂĽbeck geboren, promovierte Bernd Schwarze in evangelischer Theologie. In seiner Heimatstadt arbeitet er seit ĂĽber 20 Jahren als Pastor in der Kulturkirche St. Petri zu LĂĽbeck. DarĂĽber hinaus ist er Dozent fĂĽr Theologie an der Musikhochschule LĂĽbeck und an Ringvorlesungen der LĂĽbecker Hochschulen beteiligt.

Copyright Droemer Knaur Verlag

Mein Wille geschehe von Bernd Schwarze

  • Roman, Knaur Verlag
  • Paperback, 384 Seiten
  • ISBN 978-3-426-52752-8
  • Erscheinungsdatum: 1. Juli 2021
  • Preis 14,99 €

Benedikt Theves, ein von Zweifeln erfüllter Pastor, tötet im Affekt ein Mitglied seiner Gemeinde. Bei seinem Opfer handelt es sich um einen gewalttätigen Ehemann, also ebenfalls nicht gerade ein Unschuldsengel. Nachdem er dem Pastor in der Sakristei ein abscheuliches Video zeigt, ist dieser ausser sich und erschlägt ihn mit dem Altarkreuz. Kurzerhand versteckt er die Leiche in der Krypta der Kirche.

Doch dann entfaltet sich in dem Pastor eine neue Energie, die ihn zu einem mitreißenden Prediger macht. Seine steigende Beliebtheit füllt schon bald die Kirche und auch die schöne Frau des Opfers zeigt zunehmend Interesse an ihm. Leider trifft das auch auf den ermittelnden Kommissar zu, der die Veränderung des Pastors misstrauisch verfolgt und ihn genau im Auge behält. Und zu guter Letzt lässt ihm auch sein Gewissen keine Ruhe, schließlich ist Mord eine Todsünde.

„Manchmal benutzt Gott das Böse in uns, um Gutes zu tun“.

In diesem Krimi geht es nicht nur mörderisch zu, sondern Bernd Schwarze legt mit seinem Debüt schwarzen Humor vor, welcher mit flotter Feder geschrieben ist.

Pastoren sind auch nur Menschen, die aus dem überforderten Geistlichen Benedikt Theves einen Theologen macht, der nun flammende Reden im Namen des Herrn hält. Das Geheimnis von Benedikt zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch. Das Denken und Handeln von ihm konnte ich sehr gut nachvollziehen, auch wenn mich manches überrascht hat.

Die Geschichte nimmt schon von Anfang an Fahrt auf, durch die Handlung kommt wirklich Spannung auf. Zudem liest sich der Schreibstil des Autors angenehm und flüssig. Dem Protoganisten Benedikt ist natürlich daran gelegen, dass der Mordfall weder entdeckt noch aufgeklärt wird. Im Mittelpunkt der Handlung stehen auch weitere Personen,wie die Frau des Opfers oder der ermittelnde Kommissar. Die Ereignisse spitzen sich weiter zu und Bernd Schwarze gelingt es, den Spannungsbogen zu halten. Das Ende fällt zwar etwas ab, aber Bernd Schwarze ist dennoch ein talentierter Autor. Hinzu kommt, dass es Bernd Schwarze religiöse und gesellschaftliche Themen einfließen zu lassen, ohne zu belehren oder gar zu langweilen.

Mein Wille geschehe ist ein überzeugender Krimi mit realitätsnahen Hauptfiguren und denen man ihre Handlungen sowie Entscheidungen durchaus abnimmt. Dieser Krimi besticht durch einen überzeugenden Plot und lebendige Figuren. Abgerundet wird er zudem noch durch ein Nachwort von Bernd Schwarze und Sebastian Fitzek.

Ich möchte mich recht herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken.

Kategorien
Interview mit Sebastian Thiel

Interview mit Sebastian Thiel

(c) by Sebastian Roettges https://sebastian.roettges.fotograf.de

Autorenprofil: Sebastian Thiel wurde 1983 in Viersen geboren. Nach seiner Schulzeit beendete er im Jahr 2002 seine Ausbildung als Fachinformatiker. Schon seit frĂĽhester Kindheit war Sebastian Thiel von phantastischen Welten begeistert, versuchte bald eigene Welten zu entwickeln. Mittlerweile ist Sebastian Thiel freiberuflicher Autor. Sebastian Thiel

1. Wie wĂĽrdest du dich in 5 Worten beschreiben? Puh, so etwas ist immer schwierig. Ich versuche es mal mit Hilfsbereit, Loyal, Ungeduldig, ein kleiner „Monk“ und eine Prise buchverrĂĽckt.

2. Beschreibe dein aktuelles Buch! Als die Sturmflut vor Sylt ein altes Wikingerschiff anspuelt, trauen die Insulaner ihren Augen nicht. Kein guter Zeitpunkt fĂĽr Oberkommissarin Lene Cornelsen, um nach der Scheidung wieder in ihrer alten Heimat den Polizeidienst anzutreten. Nachdem das Wasser noch eine Leiche mit einem uralten Runenstein freigibt, ĂĽberschlagen sich die Ereignisse…

3. Mit welchem deiner Protoganisten möchtest du nicht auf einer einsamen Insel landen und warum nicht? Um ganz ehrlich zu sein – eigentlich wĂĽrde ich allen eine einsame Insel teilen. Ich versuche sie alle so interessant und tiefgrĂĽndig wie möglich zu gestalten, sodass ich wirklich viel Zeit mit jeden einzelnen verbringen möchte. Doch am liebsten mit „Barbara“ aus „Dornröschen auf Droge“.

4. Wenn du in eine Rolle deiner Protoganisten schlĂĽpfen könntest, welche wäre es und warum? Da einige meiner Protoganisten am Ende des Buches sterben, ist das manchmal leider schwierig. Tauschen wĂĽrde ich gerne mit „Andreas“, aus meinem Buch „Callcenter – Wer dranbleibt, hat verloren“. Er hat sein Leben nachher im Griff, trotz des ganzen Chaos um ihn herum.

5. Wenn du nicht schreiben könntest, wie wĂĽrdest du dich anderweitig kreativ ausleben? Als Kind wollte ich immer Archäologie studieren und Paläontologe werden – damals habe ich das selbstverständlich nicht so genannt, sondern wollte irgendetwas mit „Dinos“ machen. Mir ist klar, der Beruf ist kreativ sehr stark eingeschränkt, aber ich wĂĽrde wirklich mal an einer Ausgrabung beiwohnen und selbst etwas antikes, prähistorisches oder prähistorisches ausbuddeln.

6. Dein Autorenleben ist… bestimmt nicht so spannend, wie mancher denkt, aber wenn ganze Welten entstehen und ich sie zu Papier bringen darf, bin ich rundherum glĂĽcklich.

Ich möchte mich recht herzlich bei Sebastian Thiel bedanken, dass er sich die Zeit für meine Fragen genommen hat. Und ich kann euch seine Bücher ans Herz legen. Unter anderem Dornröschen auf Droge habe ich bereits hier auf meinem Blog rezensiert.

Kategorien
Media Monday

Media Monday #524

1. Die Kinos öffnen wieder und ich habe es leider noch nicht geschafft.

2. Nachdem im vergangenen Jahr zig Filme verschoben worden sind, hoffe ich No Time to Die im Kino sehen zu können.

3. Es ist immer noch komisch, schließlich haben Theater immer noch teilweise nicht geöffnet.

4. Wie sich Autor*innen einem Thema nähern, hat mir bei Sebastian Fitzek und Rene Freund gefallen. In der erste letzte Tag bzw. das 14-Tage-Date geht es nicht nur um das Thema Corona. Ferner von Bernd Schwarze Mein Wille geschehe. Mir fällt auf Anhieb kein anderer Theologe ein, der selbst schon einmal einen Krimi geschrieben hat.

5. Ich glaube ja nicht, dass Corona leider nicht so schnell verschwunden wird. Obwohl so viele bereits vollständig geimpft sind. Zu denen ich auch gehöre.

6. Italien wäre jetzt nicht meine erste Wahl gewesen, aber es kommt nun einmal wie es kommt. Nach dem Ausscheiden der dänischen Mannschaft hatte ich auf die Engländer gehofft.

7. Zuletzt habe ich es gewagt mir die Doku Obduktion mit Michael Tsokos und Jan Josef Liefers anzusehen und das war interessant aber auch nichts für schwache Nerven, weil zwei Obduktionen von Anfang bis Ende gezeigt wurden. Ich lese aber gerne die Bücher von Michael Tsokos, sowohl seine Sachbücher als auch seine Thriller, die auf wahren Begebenheiten beruhen. Ich habe Michael Tsokos schon einmal in einer Talkshow und einer anderen Doku gesehen. Mir gefällt an Michael Tsokos, wie sensibel er mit dem Thema Tod umgeht. Der Thriller Abgeschnitten, welchen er zusammen mit Sebastian Fitzek geschrieben hatte wurde fürs Kino verfilmt. In den Hauptrollen zu sehen sind Moritz Bleibtreu, Jasna Fritzi Bauer und Lars Eidinger.

Eine schöne Woche wünscht euch Martina ✍🏼

Kategorien
Allgemein

Wie du Schritt fĂĽr Schritt einen spannenden Thriller schreiben kannst đź“š

Der Thriller ist ein Literaturgenre, charakteristisch für einen Thriller ist das Erzeugen einer Spannung während des gesamten Handlungsablaufes. Häufig anzutreffen sind weitläufige Spannungsboegen, Cliffhänger und Red Herrings.

Wer einen Thriller schreiben möchte, sollte sich mit den Feinheiten dieses speziellen Genres vertraut machen. Typische Formen eines Thrillers sind Psychothriller oder auch Politthriller. Mittlerweile gibt es aber auch Thriller, die auf wahren Begebenheiten beruhen. Als Autoren solcher Thriller nenne ich Michael Tsokos.

Meistens entsteht die Spannung bei einem Leser dadurch, dass er die ganze Zeit um den Helden der Geschichte bangen muss. Häufig gerät der Protoganist in gefährliche Situationen, wo vieles, wenn nicht sogar alles für ihn auf dem Spiel steht. Der Held beim Thriller schreiben muss so konstruiert sein, dass sich der Leser mit ihm identifizieren kann, will und möchte. Innere Konflikte, sympathische Macken und Werte machen einen sympathischen Helden aus.

Ein Thriller lebt von Konflikten. Der Protoganist hat ein besonderes Ziel, das ihm häufig verwehrt wird. Und er scheitert immer wieder aufs Neue. Der Höhepunkt eines Thrillers ist meistens, wenn das Ziel des Erreichen für den Helden fast unmöglich scheint, aber dann darf er es erreichen.Der Leser sollte sich ständig fragen, ob der Held jemals sein Ziel erreichen kann. Dies läutet auch meist das Ende der Geschichte ein.

Spannung beim Thriller schreiben entsteht durch gute Szenen. Diese sollten mittendrin beginnen. Ausschweifende Beschreibungen, welche die Spannung nicht voranbringen, sollten vermieden werden. Da diese tödlich für die Spannung sind. Ein Ausstieg aus einer Szene sollte ebenfalls rasant geschehen. Für den Leser sollten je mehr offene Fragen bleiben, damit er wissen will wie es weitergeht und ohne das Buch aus den Händen legen zu können.

Bei einem Thriller handelt es sich ferner um eine Geschichte, in der eine Person zufällig oder infolge von Intrigen in ein Spiel mit übermächtigen Gegnern gerät. Ein gut gemachter Thriller zeichnet sich auch dadurch aus, dass er in zwei Teile gegliedert ist.

In der Regel wird die Hauptfigur im ersten Teil durch bestimmte Umstände aus ihrer gewohnten Bahn geworfen. Weder der Leser noch die Hauptfigur wissen jedoch weshalb. Die Hauptfigur muss sich dann in der zweiten Hälfte dann dem Spiel stellen. Der Thriller sollte dabei den Leser fesseln, dass dieser mit dem Helden mitzittert.

Der Spannungsbogen bleibt hierdurch nicht nur die ganze Zeit erhalten, sondern führt letztendlich zu einem Showdown. In diesem die Hauptfigur entweder gewinnt oder endgültig scheitert. Eine Variante des klassischen Thrillers sind Psychothriller, in denen auch Beides möglich ist. Also, dass die Hauptfigur am Ende der Geschichte gegen seinen Gegner gewinnt, aber auch inneren Konflikten scheitert.

Psychothriller beruhen zwar auf den gleichen Mustern, sind jedoch in der Regel direkter und persönlicher. Psychothriller spielen meistens in einem persönlichen Umfeld, dem der Leser sehr vertraut ist. Als Beispiel nenne ich Das Paket von Sebastian Fitzek, in dem die Hauptfigur ein Paket für einen Mitbewohner in der Gegend annimmt, der ihr nicht bekannt ist.

Psychothriller erhalten ihre besondere Spannung durch ihr harmlos wirkendes Umfeld sowie die Nähe der Leser zu ihrer Hauptfigur. Vom Grundprinzip ähneln Thriller den Kriminalromanen. Die Unterschiede liegen in der Handlung. Die Hauptfigur in einem Thriller ist den moralischen, psychischen und physischen Einwirkungen seines Gegners ausgesetzt. Bei einem Thriller liegt nicht wie bei einem Kriminalroman der Auflösung des Falles, sondern dem Sieg oder auch der Niederlage des Helden.

Man sollte sich zunächst entscheiden, ob man einen klassischen Thriller oder einen Psychothriller schreiben möchte. Bei einem klassischen Thriller steht meistens die Beschreibung der Handlung im Vordergrund.

Bei einem Psychothriller hingegen sind die Hauptfiguren sowie ihre Psyche und Konflikte im Fokus der Geschichte. Diese entfalten sich auf einer emotionaler und geistigen Ebene. Diese Wahrnehmung stellt das zentrale Thema des Psychothriller dar. Die Hauptfigur versucht zu erkennen, was Wahrheit und was Täuschung ist.

Man beginnt bei einem Thriller immer zunächst mit der Planung. Im Laufe der Planung wird zunächst die Handlung in einer kurzen Zusammenfassung festgelegt. Dies wird als Exposee bezeichnet. Anhand dieses Exposés werden im nächsten Schritt die Figuren des Thrillers angelegt. Wichtig hierbei ist, die Charaktere möglichst genau zu beschreiben. Beispielsweise mit Namen, Beruf, Stärken und Schwächen sowie Familie, Vergangenheit und Hintergründen. Man sollte die Personen möglichst vielschichtig anlegen. Sowohl die Hauptfigur ist nie nur labil, sondern auch der böse Gegenspieler hat sympathische Eigenschaften.

Zudem ist es ratsam, Kurzzusammenfassungen der einzelnen Kapitel zu erstellen. In diesen Zusammenfassungen kann der Autor notieren, was in den jeweiligen Kapiteln geschieht, aus welcher Perspektive das Kapitel erzählt wird und welche Zeitabstände in dem Kapitel beschrieben wird. Für den Autor wird es auf diese Weise einfacher, den Spannungsbogen aufzubauen und bis zum finalen Showdown zu halten.

Der Autor sollte neben dieser grundlegenden Anleitung, der einen Thriller schreiben möchte, die wesentlichen Tipps zum Erzeugen von Spannungsboegen kennen und das notwendige Handwerkszeug dazu erlernen.

Zu den klassischen Hilfsmitteln gehören Cliffhanger und Red Herrings. Ein Cliffhanger ist das Fragen offen lassende Ende eines Erzählwerkes. Als Red Herring bezeichnet man eine Redewendung, die in die Irre führen soll. Die eigentliche Spannung wird als Tension bezeichnet. Diese gliedert sich in die drei unterschiedlichen Spannungstypen Surprise, Suspense und Mystery. Beim Schreiben werden diese in der Regel jedoch miteinander verbunden.

Surprise meint den Ăśberraschungsmoment, Suspence steht fĂĽr einen Spannungsbogen und Mystery beschreibt eine unterschwellige Spannung.

Bei allen Stilmitteln, die der Autor einsetzt, sollte die Story so realistisch wie möglich bleiben. Dem Leser fesselt in der Regel der Bezug zur Realität in einem Thriller am meisten

Kategorien
Interview mit Sebastian Fitzek

Interview mit Sebastian Fitzek

Copyright Marcus Höhn

Sebastian Fitzek, geboren 1971, ist Deutschlands erfolgreichster Autor. Seit seinem Debüt Die Therapie (2006) ist er mit allen Romanen ganz oben auf den Bestsellerlisten zu finden. Mittlerweile erscheinen seine Bücher in 36 Ländern und sind Vorlage für internationale Kinoverfilmungen und Theateradaptionen. Als erster deutscher Autor wurde Sebastian Fitzek mit dem Europäischen Preis für Krimialliteratur und 2018 mit der 11. Poetik-Dozentur der Universität Koblenz-Landau geehrt. Sebastian Fitzek lebt in Berlin (Quelle Vita Droemer Knaur Verlag)

1. Wird es eine Fortsetzung von Der Augensammler bzw. Der Augenjäger geben?

Eine sehr gute Frage, denn tatsächlich erscheint am 27. Oktober „Playlist“ und darin gibt es ein Wiederlesen (oder auch Wiederhören) mit Alina Gregoriev und Alexander Zorbach, den beiden Hauptfiguren als „Der Augensammler“ und „Der Augenjäger“. Es ist ein völlig eigenständiger Psychothriller, aber einige noch offenen Fragen aus den ersten beiden Bänden werden hier geklärt, so dass man auch sagen könnte, dass mit „Playlist“ endlich der Abschluss der Augensammler-Trilogie gekommen ist.

2. Wie bist du auf die Idee zu Der erste letzte Tag – Kein Thriller gekommen?

Ich hatte schon vor einigen Jahren die Grundidee, als ich in einem Flugzeug saĂź, und von meinem Fensterplatz aus sah, wie ein aufgeplatzter Koffer auf dem Förderband in den Untiefen des Flugzeugbauchs verschwand. Ich stellte mir die Frage, was ich wohl jetzt machen wĂĽrde, wäre ich der Besitzer dieses Koffers, so wie Livius im ersten Kapitel. In Berlin angekommen, setzte mich an den Schreibtisch, um ein GespĂĽr fĂĽr diese Idee zu bekommen und merkte sehr schnell, das wird diesmal eher etwas Lustiges. Zunächst  fand ich keinen weiteren Zugang zu der Idee. Im Lockdown spĂĽrte ich dann, dass es an der Zeit wäre, den Real-Time-Thriller, in dem wir alle leben, mit etwas Lustigem zu durchbrechen. Und so setzte ich mich wieder an die Arbeit und schrieb mich mit „Der erste letzte Tag“ regelrecht in einen Rausch.

3. Wird deine geplante Aktion zu deinem Thriller Der Heimweg noch nachgeholt?

Leider nein. Coronabedingt wurde die so häufig verschoben, dass mittlerweile jetzt schon neue Bücher herausgekommen sind und diese Aktion überhaupt nicht mehr aktuell ist. Ich verspreche aber, dass ich -sobald es wieder möglich ist- der Kontakt zu den Leserinnen und Lesern auch auf ungewöhnlichen Wegen wieder stattfinden wird.

4. Wie sah deine Zusammenarbeit mit Vincent Kliesch bei der Auris Reihe aus?

Darüber könnte man einen eigenständigen Roman schreiben, denn wir haben über all die Jahre hinweg jetzt so viel Zeit miteinander verbracht, dass es mir schwer fällt, unsere Arbeit in einem einzigen (Ab-)Satz zusammenzufassen. Auf jeden Fall haben wir jede Menge Kaffee und Schokolade bei den gemeinsamen Brainstorming-Sessions verbraucht. Geschrieben hat Vincent die Romane eigenständig, hier habe ich nicht versucht, seinen eigenen, wie ich finde tollen Stil, zu verwässern.

5. Worum wird es in Playlist gehen?

In „Playlist“ geht es um Feline, ein verschwundenes 15-jähriges Mädchen. Niemand weiĂź, was mit ihr geschehen ist. Doch dann taucht plötzlich eine von ihr veränderte Playlist im Netz auf. Und der verzweifelt suchenden Mutter stellt sich die Frage: Will ihre Tochter mit der Auswahl der Songs einen Hinweis auf ihr Schicksal geben? Kann Feline mit Hilfe der Playlist gerettet werden?

Ich bedanke mich recht herzlich bei Sebastian Fitzek fĂĽr die Beantwortung meiner Fragen.

Kategorien
Rezension

Rezension Kaltes Land: Ein Fall fĂĽr Sabine Yao von Michael Tsokos

Copyright Cover Droemer Knaur Verlag

Kaltes Land

Ein Fall fĂĽr Sabine Yao

Auftritt Sabine Yao: ein authentischer und knallharter Kurz-Thriller von Rechtsmediziner und Bestseller-Autor Michael Tsokos

Berlin, Treptowers, BKA-Einheit „Extremdelikte“: Ein Anruf reiĂźt Rechtsmedizinerin Sabine Yao jäh aus ihrem Arbeitsalltag im Sektionssaal. Ihre seit Tagen verschollene Tante wurde im Umland von Kiel tot aufgefunden. Die Kollegen in der Kieler Rechtsmedizin, darunter auch Yaos ehemaliger Lebenspartner, gehen von einem unnatĂĽrlichen Tod aus. Yaos Chef, Professor Paul Herzfeld, fĂĽhrt einige Telefonate mit der Kieler Staatsanwaltschaft, um ihr sehr unbĂĽrokratisch Akteneinsicht in den Todesfall zu gewähren. Noch am selben Abend reist die Berliner Rechtsmedizinerin zu ihrer Familie nach Kiel. Ausgerechnet ihre introvertierte, allein lebende Tante Johanna soll ermordet worden sein? Und während Yao erkennt, wie wenig sie doch von ihrer Tante wusste, schlieĂźt sich um sie ein Kreis gnadenloser Gewalt …

  • Verlag: Knaur TB
  • Erscheinungstermin: 03.05.2021
  • 112 Seiten
  • ISBN: 978-3-426-52765-8

Ich habe auch bei diesem Buch von Michael Tsokos nur wenige Seiten benötigt, um in diesen Thriller hineingezogen zu werden. Sabine Yao ist keine Unbekannte aus den Büchern von Michael Tsokos. Durch den raffinierten Plot war die Spannung auf jeder Seite spürbar und ich habe mit Sabine Yao mitgefiebert.

In Kaltes Land geht es um den Tod der Tante von Sabine Yao und dessen mysteriösen Umständen. Michael Tsokos hat erneut eine spannende Mischung aus True Crime und Fiktion geschaffen.

Kaltes Land sorgte fĂĽr ein spannendes und unerwartetes Ende.

Kategorien
Rezension

Rezension Im Augenblick des Todes von Vincent Kliesch

Buchbeschreibung: Kommissar Severin Boesherz genießt gerade seinen Spaziergang am Schlachtensee, als ein mysteriöser Mann in einer Limousine vorfährt, sich als »Ismael« vorstellt und Boesherz zu einem Ausflug einlädt. Die Fahrt endet am Tatort eines bestialischen Mordes: Ein Arzt sitzt skalpiert und ausgeweidet in seiner eigenen Praxis. Bei dem Mord handelt es sich um die exakte Kopie des einzigen Verbrechens, das Boesherz nie aufklären konnte. Offenbar will der Täter dem Kommissar gezielt eine Botschaft übermitteln – und es soll nicht die einzige bleiben. Boesherz weiß: Er muss das Rätsel lösen, bevor seine eigene Vergangenheit ihn einholt …

Ein grausamer Mord geschieht mitten in Berlin an einem Arzt. Hauptkommissar Severin Boesherz ermittelt wieder an vorderster Front und er muss unbedingt den Mörder finden, bevor er von seiner eigenen Vergangenheit eingeholt wird. Der Plot ist nicht nur spannend, sondern auch abwechslungsreich. Die Protoganisten sind authentisch, vor allem Severin Boesherz. Den Schreibstil von Vincent Kliesch fand ich auch wieder spannend zu lesen.

Im Augenblick des Todes ist spannend bis zum Ende. Vincent Kliesch versteht auch in diesem Thriller, den Nervenkitzel zu halten. Im Augenblick des Todes kann ich nicht nur Vincent Kliesch Fans empfehlen, sondern auch Lesern, die gerne Psychothriller lesen.

Der Schreibstil von Vincent Kliesch ist nicht nur intelligent, sondern der Autor hat mit Im Augenblick des Todes einen echten Kliesch Thriller geschaffen. Severin Boesherz ist ein würdiger Nachfolger von Julius Kern und ich hoffe, dass es weitere Fälle mit ihm geben wird.

Kategorien
Rezension

Rezension Der Todeszauberer von Vincent Kliesch

Buchbeschreibung: Sie suchten den Mann fĂĽrs Leben – und fanden einen Mann zum Sterben…
Eine verstĂĽmmelte Frauenleiche wird ans Havelufer geschwemmt, und Hauptkommissar Julius Kern steht vor einer neuen Herausforderung: Siebzehn Frauen hat der so genannte Schläfenmörder bereits getötet, und die Opfer haben nur eines gemeinsam – eine Schlagwunde an der rechten Schläfe. Inmitten der schwierigen Ermittlungen erhält Kern einen anonymen Brief von einem alten Bekannten: Tassilo Michaelis, freigesprochener Massenmörder und Kerns Erzfeind, scheint Informationen zu besitzen, die Kern auf die Fährte des Schläfenmörders fĂĽhren könnten. Doch er verlangt dafĂĽr einen hohen Preis…

Durch Julius Kern sowie dem Prolog wird der Leser sofort wieder in den Thriller hineingezogen. Und der Prolog macht umso mehr neugieriger auf den Fortgang der Geschichte. Julius Kern ist ein charmanter und sympathischer Charakter, der mir sehr gut gefällt.

Der Aufbau dieses Thrillers steigt durch die Spannung und Schreibstil von Vincent Kliesch zu einem stringenten Faden. Manchmal ĂĽberschlagen sich die Ereignisse, aber Vincent Kliesch ist es gelungen mich in seinem Bann zu halten.

Durch das spannende Leseerlebnis entwickeln sich interessante Perspektiven und Handlungen, die Vincent Kliesch geschickt vorantreibt.

Kategorien
Rezension

Rezension Mörderfinder Die Spur der Mädchen von Arno Strobel

Zum Inhalt: Max Bischoff ermitteln im Fall eines vor sechs Jahren verschwundenen Mädchens, von dem es seither kein Lebenszeichen mehr gab. Bis jetzt plötzlich ihre Sachen wieder auftauchen…

Der neue Thriller von Nr. 1 Bestseller Autor Arno Strobel, man kann sie sowieso nicht aus der Hand legen. Packend und nervenzerreissend. Sebastian Fitzek

Autorenprofil: Arno Strobel liebt Grenzerfahrungen und teilt sie gerne mit seinen Leserinnen und Lesern. Deshalb sind seine Thriller wie spannende Entdeckungsreisen zu den dunklen Winkeln der menschlichen Seele und machen vor den größten Uraengsten nicht halt. Alle seine bisherigen Thriller waren Bestseller. Offline und Die App standen wochenlang auf Platz 1 der Bestsellerliste. Arno Strobel lebt als freier Autor in der Nähe von Trier.

Mörderfinder Die Spur der Mädchen ist ein Thriller von Arno Strobel und ist am 24.03.2021 im Fischer Verlag erschienen.

Besonders gut hat mir an diesem Thriller von Arno Strobel gefallen, dass die Spannung und ĂĽberraschenden Wendungen einen sehr guten Eindruck in die Geschehnisse bekommt.

Man erfährt auch in diesem Thriller Hintergründe über den Protoganisten Max Bischoff. In Mörderfinder Die Spur der Mädchen hat Arno Strobel dunkle und tiefe Eindrücke zu unerforschten Winkeln der menschlichen Seelen gezeigt. Obwohl ich Max Bischoff bisher nicht kannte, hat mich Arno Strobel durch den Auftakt seiner neuen Reihe um den Ermittler Max Bischoff in seinen Bann gezogen.

Besonders gut hat mir gefallen, dass nicht nur aus der Sicht von Max Bischoff, sondern auch die weiblichen Opfer zu Wort kommen. Unheimlich ist, das ein altes Kinderlied in manchen SchlĂĽsselszenen eine wichtige Rolle hat.

Mörderfinder ist ein gelungener Auftakt zu seiner neuen Reihe um Max Bischoff. Es handelt sich zwar bei diesem Thriller von Arno Strobel um eine Geschichte von Kindesmissbrauch, die einen bis ins Mark trifft. Ich kann diesen Thriller jedoch nur empfehlen.