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Challenge 52 Worte 52 Geschichten #Nacht

Um Mitternacht hatte es angefangen zu schneien. Der Schnee fiel schon bald so dicht, das er die ganze Landschaft bedeckte. Vor dem Haus in weiter Ferne, zwei Fenster warfen einen geheimnisvollen Schein, aber aus dem Kamin stieg kein Rauch in den Himmel auf. Wolkenverhangen bahnte sich der Vollmond einen Weg und beleuchtete die geheimnisvolle Landschaft. Und nebelverhangen tauchten Gestalten wie aus lÀngst vergangenen Zeiten auf. Handelte es sich um einsame Wanderer, deren Seelen keine Ruhe fanden?

Eine mysteriöse Figur, einer Vogelscheuche mit Schlapphut nicht unÀhnlich, kÀmpfte vergeblich gegen den stetig fallenden Schnee an. Nun schneite es heftiger als zuvor, ein regelrechter Schneesturm. Auch der Schwarm der KrÀhen hatte seinen Kampf aufgegeben und alles war nicht zu unterscheiden vom Weiss des fallenden Schnees. Vergeblich stemmten sie sich gegen den orkanartigen Wind.

Der Schnee fiel weiterhin unaufhörlich. Sein warmer Mantel war schon bald schneebedeckt und die NĂ€sse drang durch seine gefĂŒtterten Lederstiefel. Es war leichter vorwĂ€rts zu kommen, als er geglaubt hatte. Der Schnee lag zwar sehr hoch, aber der Weg fĂŒhrte ihn immer weiter.

Bis zu dem Punkt, an dem er einen vergeblichen Kampf gegen den stetig fallenden Schnee fĂŒhrte. „Ich liebe Schnee“, sagte er zu sich selbst. Der Schnee schwebte nun nur noch in kleinen Flocken vom Himmel.

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Challenge 52 Worte 52 Geschichten #Drache

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Der kleine Drache Paul

Es war einmal ein kleiner Drache namens Paul. Paul wĂŒnschte sich sehr Kindern Gutenachtgeschichten vorlesen zu dĂŒrfen. Paul machte deshalb einen Besuch bei der Fee, die fĂŒr TrĂ€ume zustĂ€ndig war. Ich möchte Kindern helfen, ihre TrĂ€ume zu erfĂŒllen. Pauls Augen begannen zu strahlen, da die Traumfee ihm ein Buch mit ihren gesammelten Gutenachtgeschichten schenkte. Paul war nun ein kleiner glĂŒcklicher Drache, da er jetzt jeden Abend kleinen Jungen als auch MĂ€dchen Gutenachtgeschichten vorlesen kann.

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Challenge 52 Worte 52 Geschichten #Luxus

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Der Kreislauf des Geldes

Es war einmal in einem kleinen Dorf. Die Zeiten waren nicht gut und fast jeder lebte in Armut. Plötzlich tauchte eines Tages ein reicher Fremder im Dorf auf. Im Dorfkrug mietete er fĂŒr 100 Dukaten ein Zimmer und beschloss eine Woche zu bleiben.

Der Wirt des Dorfkruges lief mit den Dukaten sofort zum Metzger, um seine Schulden auszugleichen und um fĂŒr ein Festmahl einzukaufen.

Der Metzger lief gleich zum BĂ€cker an der Ecke, um Backwaren fĂŒr seine Familie zu kaufen. Der BĂ€cker staubte sich Mehl von seiner SchĂŒrze und begab sich zum MĂŒllermeister, um MehlsĂ€cke zu kaufen.

Der MĂŒller besorgte darauf hin beim Bauern des Dorfes Nachschub an Korn fĂŒr seine MĂŒhle. Den Rest der Dukaten gab er seiner Frau, damit sie sich ein Kleid fĂŒr den Kirchgang am Sonntag kaufen konnte.

Aber einen Dukaten behielt der MĂŒller, um sich im Dorfkrug ein Bier und ein einfaches Mahl zu gönnen. Der Wirt gab den Dukaten an dem Bierbrauer weiter. Dieser gab den Dukaten an seine Schwester weiter, die vor kurzem Witwe geworden war. Damit diese sich und ihre Kinder ernĂ€hren konnten.

Die Witwe wiederum suchte den KrĂ€mer auf, bei dem sie noch in der Kreide stand. Aber der KrĂ€mer erließ ihre Schulden, da er in letzter Zeit gute GeschĂ€fte gemacht hatte. Erleichtert kaufte die Witwe fĂŒr den Dukaten KrĂ€merwaren fĂŒr sich und ihre Kinder.

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Challenge 52 Worte 52 Geschichten #Vergangenheit

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Die Schönheit der Kaiserin Elisabeth

Hat Elisabeth noch ein LÀcheln auf ihren Lippen oder gehört ihr Blick den Zeugen der Zukunftsseelen? Ihre Schönheit erklÀrt sich aber nicht von alleine. Elisabeths Schönheit ist jenseits ihrer Zeit und geheimnisvoll.

Elisabeth lÀchelt eigentlich nicht. Ihre Lippen sind zwar modelliert, aber in ihrem Gesicht zeigen sich sogar kleine Sorgenfalten in der Haut unter ihren Augen. Das RÀtsel ihrer Schönheit teilt sie nur mit der Nofretete in Berlin oder der Mona Lisa in Paris.

Elisabeths LĂ€cheln ist das LĂ€cheln der wahren Schönheit einer  Kaiserin. Ihr LĂ€cheln zieht an, fordert aber auch Distanz. In ihrer Distanz zeigt sich ihre Macht. FĂŒr ihr Aussehen wandte Elisabeth viel Zeit auf. Ihre Schönheit war ihr sehr wichtig. BĂ€der, Salben und tĂ€gliches Frisieren gehörten zu ihrem Tagesablauf. Kaiser Franz Joseph verehrte sie als seine ausserordentlich schöne Frau.

Elisabeth nahm eine auffallend hohe Position in der gesellschaftlichen Hierarchie ein, soviel Macht hat es kaum fĂŒr die Gemahlin eines Kaisers von Österreich gegeben. Wer von ihnen beiden mehr Macht hatte, hĂ€tte Elisabeth vielleicht mit einem geheimnisvollen LĂ€cheln beantwortet.

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Challenge 52 Worte 52 Geschichten #Rose

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Die Rose vor dem Königsschloss

Vor langer, langer Zeit pflanzte ein alter GĂ€rtner eine Rose im Garten des Königs an. Der alte GĂ€rtner wartete geduldig und sehnsĂŒchtig auf den Tag, an dem die Rose zu blĂŒhen begann.  Er freute sich sehr, als sich die zarten Knospen der Rose zu öffnen begannen.

Ein Vergissmeinnicht und eine hĂŒbsche, weiße Lilie freuten sich ebenfalls sehr ĂŒber den Zuwachs fĂŒr den Königsgarten. Deswegen streckten sie ihre BlĂŒten noch höher. Nicht nur der alte GĂ€rtner und der König kam, um die stolze Rose zu bewundern. Auch die Königskinder waren glĂŒcklich bei dem Anblick der wunderschönen Rose.

Die Rose war von nun an die schönste Blume im Königsgarten. Der alte GĂ€rtner sorgte stets liebevoll fĂŒr die Rose und schaute sie immer zĂ€rtlich an. Dem alten GĂ€rtner standen vor GlĂŒck TrĂ€nen in den Augen.

Der alte GĂ€rtner ging fort und kam nach einer Weile mit einer Gartenschere wieder zurĂŒck. Der GĂ€rtner steckte aber die Schere wieder ein, aus Dankbarkeit gegenĂŒber der Rose. In der folgenden Nacht schlich sich der Königssohn in den Garten. Die Rose war verwundert und der junge, gutaussehende Königssohn wĂŒnschte sich bei ihrem Anblick, dass alle seine WĂŒnsche in ErfĂŒllung gingen. Nicht nur der Königssohn wurde wieder glĂŒcklich, sondern auch die Rose. Er pflĂŒckte die Rose, um sie zu seiner geliebten Prinzessin zum Geschenk zu machen.

FĂŒr die Rose war es das schönste GlĂŒck, was ihr wiederfahren konnte. Im Garten des Königs wuchsen von Jahr zu Jahr mehr Rosen. Und als Symbol der Liebe ist das so geblieben bis heute.

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Challenge 52 Worte 52 Geschichten #Liebe

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Simone sass auf dem Rand des Springbrunnens und las in ihrem Buch. Der idyllische Marktplatz des kleinen Dorfes war ein beliebtes Ausflugsziel. Simone genoss ihre LektĂŒre und genoss diesen sonnigen Tag.

Simone hatte sich frisch verliebt. Ihr neuer Freund Johannes machte nun ihr neues GlĂŒck perfekt. Simone war sofort von seinem humorvollen Wesen eingenommen und konnte ihren Blick nicht von seinen blauen Augen abwenden.

Simone fand es befreihend, mit Johannes lachen, tanzen und reden zu können. Seit einer gefĂŒhlten Ewigkeit war Simone zum ersten Mal wieder unendlich glĂŒcklich. Sie verabredeten sich zu Kinobesuchen, zu Abenden im Restaurant und zu Lesungen. Sonntags trafen sie sich zu langen SpaziergĂ€ngen im Stadtpark.

Ab diesem Tag wusste Simone, dass ihr gemeinsames frisch verliebt sein ein nicht mit Worten zu beschreibendes tiefes GlĂŒck war. Und sie wĂŒrde dieses GlĂŒcklich sein mit Johannes nie wieder hergeben.

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Challenge 52 Worte 52 Geschichten #Blau

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Ihre Großmutter

Hannahs ĂŒber alles geliebte Grossmutter war verstorben. Hannah war ihrer Grossmutter fĂŒr so vieles dankbar. In der Wohnung ihrer Grossmutter fand Hannah in einem BĂŒcherregal im Wohnzimmer ein altes KĂ€stchen mit vergilbten Liebesbriefen.

In diesem KĂ€stchen fand Hannah einen weiteren Briefbogen mit der Handschrift ihrer Grossmutter. Sie schrieb, in meinem Leben gab es nicht immer schöne und glĂŒckliche Momente. Verbunden sind damit auch traurige Erinnerungen an vergangene Zeiten. Ich habe mir dennoch viele schöne Momente geschaffen und erlebt. Sie hatte auch im Mondschein getanzt.

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Challenge 52 Worte, 52 Geschichten #Buch

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Der alte Mann

Ein hochbetagter alter Mann sitzt jeden Tag in seinem Schaukelstuhl und schaut durch das Wohnzimmerfenster hinaus in seinen kleinen Garten. Die meiste Zeit des Tages liest er ein gutes Buch oder löst das RÀtsel aus der Tageszeitung. Auch freut er sich jeden Morgen auf die Fortsetzungsgeschichte in der Tageszeitung.

Dennoch seines Alters bietet ihm seine tĂ€gliche LektĂŒre Aufschwung in seinem Leben. Oft geht er auch in seinen Garten und nimmt den herrlichen Duft der FrĂŒhlingsblumen wahr. Dabei genießt er oft die warme FrĂŒhlingssonne auf seiner Gartenbank. Von ĂŒberall her kommt Vogelgezwitscher. Dabei verspĂŒrt der alte Mann stets innere Ruhe, WĂ€rme und Zufriedenheit.

Seine Lebenseinstellung ist, das Leben kann doch so schön sein. Es ist wichtig, sich fĂŒr die kleinen Dinge des Lebens zu öffnen und nicht auf die Großen zu warten.

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Challenge 52 Worte 52 Geschichten #Phoenix

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Das Spiegelbild

Am Weiher ist der Vollmond zu sehen. Ein schwarzer Schwan zog seine Runden ĂŒber den Weiher. Im Wasser sah er sein Spiegelbild, doch fĂŒr einen Sinn in seinem Leben hatte er keinen Blick. MĂŒde geworden, war der Abstand zu seinem inneren Frieden immer grĂ¶ĂŸer geworden.

Die Flusssteine sind aus Lehm gebaut und sind Tausende von Jahren alt. Im Traum schwebt der schwarze Schwan getragen von einer Melodie und hört die Botschaft des Windes.

Die Markierung seines Abschiedes ist nur ein Ende an seinem Weg. Doch die FrĂŒhlingsboten wecken  durch samtene BlĂŒten neue Hoffnung in dem schwarzen Schwan. Die Krokusse und Schneeglöckchen, zart und rein, können schon den Hoffnungsstreifen am Himmel sehen. Die nun spiegelglatte OberflĂ€che des Weihers ist majestĂ€tisch weit entfernt und alle Sorgen des schwarzen Schwans sind sanft umschlossen von der Kraft seines neu erweckten Friedens.

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Challenge 52 Worte 52 Wörter #Gott

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Die BĂŒcherei von Jesu

Jesu befand sich in einer Bibliothek, mit Regalen voller wertvoller BĂŒcher. Die Regale schienen bis zum Himmel zu reichen und auf den BĂŒchern waren Titel und Autor wie Alpha und Omega verzeichnet.

In unterschiedlichen Bereichen, die rechts und links kein Ende zu nehmen schienen, war in einem Regal zu seiner Überraschung eine schöne Schatulle mit der Aufschrift Maria Magdalena. Vorsichtig öffnete Jesu diese und inspizierte die darin enthaltene Thora.

In dieser Thora war alles aufgeschrieben, wie er zu seiner Verwunderung feststellte, ein Werk mit sĂ€mtlichem Details ĂŒber sein Leben und das von Maria Magdalena. Diese festgehaltenen Zeilen ĂŒber ihrer beiden Leben berĂŒhrten ihn sehr. Diese schönen Erinnerungen brachten ihn zum Weinen und er war den TrĂ€nen nahe.

Jesu erinnerte sich an seine JĂŒnger, besonders Petrus, dem er oft von seiner besonderen Beziehung zu Maria Magdalena erzĂ€hlt hatte. Jesu beschloss die Schatulle wieder abzuschließen und den SchlĂŒssel nahe seinem Herzen aufzubewahren.

Als seine TrĂ€nen nun versiegt waren, schweigend und traurig, die junge Frau in die er verliebt gewesen war, sah in Jesu Erinnerungen zu ihm auf. Maria Magdalena war ihm so nah wie nie zuvor und in seinen TrĂ€umen wurde ihre gemeinsame Zeit wieder lebendig. Bis zu seinem Ende am Kreuz, welches er insgeheim voraus gesehen hatte, wĂŒrde Maria Magdalenas Seele ihn begleiten. Still dankte er seinem Vater in einem Gebet und wandte sich dann zum Gehen. In den Garten Gethsemane wĂŒrde er sich nun zurĂŒck ziehen und auf eine letzte Begegnung mit Maria Magdalena hoffen.