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Gemeinschaftsblogprojekt Mach Was Erinnerungen

Gemeinschaftsblogprojekt Mach was Erinnerungen Historischer Monat April

Foto Wikimedia Commons

Die Wiener Pestsäule ist ein denkmalgeschütztes Objekt in der Inneren Stadt. Die Dreifaltigkeiltssäule befindet sich am Graben (einem so benannten Straßenzug) in der Wiener Innenstadt. Die 21 m hohe barocke Pestsäule ist eines der markantesten plastischen Kunstwerk im Stadtgebiet.

Geschichte: 1679 wĂĽtete in Wien einer der letzten groĂźen Pestepidemien. Kaiser Leopold I. gelobte  die Errichtung einer Gnadensäule bei Beendigung der Pestepidemie. Die Wiener Pestsäule wurde in der ganzen Monarchie nachgeahmt und konnte 1693 geweiht werden.

Um sie vor indirekten Schäden zu schützen wurde sie im zweiten Weltkrieg eingemauert.

Die Wiener Pestsäule wurde während der Corona Krise eine zentrale Anlaufstelle für Bitten um einen glimpflichen Ausgang der Pandemie. Zahlreiche Kerzen, Kinderbilder und Gebetstexte wurden niedergelegt.

Bertha Zuckerkandl-Szeps, österreichische Schriftstellerin

Bertha Zuckerkandl-Szeps wurde als Berta Zuckerkandl am 13. April 1864 in Wien geboren. Sie war eine jüdische österreichische Schriftstellerin.

Berta Szeps wuchs als Tochter des liberalen Zeitungsverlegers Moritz Szeps und seiner Frau in Wien auf. Dieser leitete das neue Wiener Tagblatt. Berta wurde durch Hauslehrer unterrichtet. Als Begleiterin ihres Vaters nahm sie schon als Teenager an seinen Gesprächen teil.

Am 15. April 1886 heiratete Berta den damals als Universitätsprofessor in Graz tätigen Anatomen Emil Zuckerkandl und zog zu ihm nach Graz. Dieser erhielt 1888 eine Professur in Wien.

Berta Zuckerkandl führte bis 1938 einen literarische n Salon in Wien. Zunächst auf Wunsch ihres Mannes in einer angekauften Villa in Döbling. Im Palais Lieben-Auspitz beim Burgtheater, wo sich heute eine Gedenktafel befindet. In diesem Salon verkehrten unter anderem Gustav Klimt und Max Reinhardt. 1901 lernte Alma Mahler-Werfel Gustav Mahler kennen.

Zuckerkandls ältere Schwester Sophie (1862–1937) war mit Paul Clemenceau, dem Bruder des späteren französischen Ministerpräsidenten verheiratet. Berta lernte bei ihren häufigen Besuchen in Paris bei ihrer Schwester unter anderem Auguste Rodin und Maurice Ravel kennen. Hierdurch war Berta in den Bemühungen Kaiser Karl I. und seiner Gattin Zita um einen Seperatfrieden eingebunden (Sixtus-Affaere).

Berta arbeitete als Journalistin fĂĽr die Bereiche Theater und Kunst fĂĽr die Wiener Allgemeine Zeitung und das Neue Wiener Journal.

Als das Deutsche Reich 1938 Österreich anschloss, musste Berta Zuckerkandl als Jüdin fliehen. Der französische Autor Paul Geraldy half ihr bei der Flucht nach Paris. Im Frühjahr 1940 konnte sie zu ihrem Sohn Fritz nach Algier übersiedeln. Nach der Eroberung Algiers durch die Alliierten arbeite te sie bei einem Rundfunksender der Alliierten an Rundfunksendungen mit, in denen sie die Österreicher zum Widerstand gegen die Nationalsozialisten auf. Die Ausreise in die USA gelang ihr nicht.

1945, bereits schwer erkrankt, kehrte Berta Zuckerkandl nach Paris zurĂĽck. Sie starb dort noch im selben Jahr am 16. Oktober. Das Grab von Berta Zuckerkandl befindet sich auf dem Friedhof Pere Lachaise.